Pfingsten gilt als das ‚Geburtsfest‘ der Kirche. 50 Tage waren seit Ostern vergangen– so erzählt Lukas in seiner Apostelgeschichte (Apg 2). Die christliche Gemeinde hatte sich zum Gebet zurückgezogen – es musste ‚verdaut‘ werden, was an Karfreitag und Ostern geschehen ist: Jesus, auf den man alle Hoffnungen gesetzt hatte, wurde am Kreuz hingerichtet. Doch er ist auferstanden. Mit dieser Botschaft trat Petrus an Pfingsten in die Öffentlichkeit. Es war wie eine Explosion: „An diesem Tag“ – so schreibt Lukas in Apg 2,41 – „wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzügefügt.“

Aber es musste nicht nur Ostern ‚verdaut‘ – das heißt: in seiner Bedeutung erkannt und verstanden – werden; dass man bis dahin gewartet hatte, entsprach auch dem Auftrag des Auferstandenen in Apg 1,4-5: „Wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt! … ihr werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.“

Und dieses Kommen des Geistes ist das Pfingstereignis, das die junge Kirche mit Elan und Kraft erfüllte und das Menschen für Christus und seine Botschaft be-geist-erte.

Die 50 Tage waren damit auch ein wichtiger Ort des Lernens: Kirche wird nicht von Menschen gemacht; Kirche: das ist ein Geschöpf des Heiligen Geistes, der Jesu Wort – sein Evangelium – und seinen Auftrag – das Evangelium zu verkünden und zu leben – lebendig werden lässt und dazu Menschen ergreift, befähigt und stärkt.

So kann Pfingsten auch für uns eine wichtige ‚Lektion‘ sein, in einer Zeit, in der Kirche vielfältig, auch negativ, in den Medien auftaucht. Pfingsten verpflichtet uns darauf, danach zu fragen, was eigentlich der Auftrag und die Sendung von Kirche ist; er verpflichtet uns damit dazu, nach Jesu Wort und Evangelium zu fragen, sich neu mit der christlichen Botschaft zu beschäftigen und daraus die entsprechenden Konsequenzen für unser konkretes Leben abzuleiten. Dazu kommt ein Zweites. Wir sind in einem Prozess, in dem über Strukturen der Kirche und der Seelsorge nachgedacht wird und der einige Änderungen und Transformationen mit sich bringen wird. In diesem Prozess dürfen wir auf die Hilfe des Heiligen Geistes hoffen und vertrauen – aber wir müssen dafür auch offen sein.

Im Rahmen der Gespräche auf dem Weg zum neuen Seelsorgebereich, der zum 1. September 2019 errichtet werden wird, haben sich die verschiedenen jetzigen Seelsorgebereiche vorgestellt. Als am 25. März unser Seelsorgebereich „Ebersdorf – Neustadt – Rödental“ an der Reihe war, da wurde zu Protokoll gegeben, dass die Pfarrei Neustadt (wie auch die Pfarrei Rödental) zuversichtlich in die Zukunft schaut. Schon einige Herausforderungen in der Vergangenheit konnten gut gemeistert werden durch das Engagement und die Weitsicht vieler Beteiligter. Möge Gottes Geist weiter Zuversicht geben und uns lenken.

Uns allen frohe pfingstliche Tage, die uns zum Glauben an das Evangelium aufmuntern und die uns Zuversicht für die Herausforderungen unseres Lebens geben wollen.